Oh – hier wird es persönlich.
Ich wurde 1972 geboren, bin glücklich verheiratet, Vater von vier erwachsenen Kindern, inzwischen dreifacher Großvater – und habe im Laufe des Lebens gelernt, dass man viele Dinge planen kann … das Leben selbst gehört meistens nicht dazu.
Eine der prägendsten Erfahrungen traf mich schon früh. Als ich zehn Jahre alt war, verunglückten meine Eltern auf einer Reise nach Süddeutschland schwer. Meine Mutter überlebte den Unfall zunächst, verstarb jedoch einige Monate später überraschend während einer Operation. Für ein Kind ist so etwas schwer zu begreifen. Plötzlich stehen Fragen im Raum, die normalerweise erst viel später im Leben auftauchen: Warum geschieht Leid? Was trägt wirklich, wenn das Leben nicht so läuft, wie man es erwartet?
Ich bin in einem christlich geprägten Umfeld aufgewachsen – aber irgendwann merkte ich, dass übernommene Antworten nicht automatisch zu eigenen Antworten werden. Also stellte ich die Dinge selbst auf den Prüfstand. Meine Suche nach Sinn führte mich schließlich zu einem Glauben, der für mich nicht aus Tradition besteht, sondern aus Beziehung, Vertrauen und vielen Erfahrungen auf dem Weg.
Heute würde ich sagen: Mein Glaube ist weniger ein fertiges Erklärungssystem für das Leben – sondern eher eine vertrauensvolle Begleitung durch das Leben. Er erinnert mich daran, dass jeder Mensch wertvoll ist und dass ein respektvoller, liebevoller Umgang miteinander vielleicht wichtiger ist als viele große Worte.
Auch mein Berufsleben hat mich geprägt. Zwischen 2005 und 2020 war ich international viel unterwegs – über 430 Flüge und fast eine Million Flugmeilen. Wer so viel reist, merkt irgendwann: Nicht nur Länder sind unterschiedlich – Menschen auch. Und doch sind sich ihre Fragen, Hoffnungen und Geschichten oft erstaunlich ähnlich.
Heute bin ich in einer neuen Lebensphase angekommen. Weniger unterwegs – aber dafür umso mehr interessiert an Begegnungen, Gesprächen und Momenten, die bleiben.
Denn am Ende beginnen viele gute Geschichten ganz unscheinbar.
Mit zwei einfachen Worten:
„Wir reden …“